Donnerstag, 17. September 2015

Warum Schule zu Hause

Wenn es um das Thema Schule zu Hause geht, bin ich ziemlich vorsichtig geworden, denn die Meinungen sind doch konträr. Von "Wow toll" bis "wie kannst du nur" hört man nämlich alles und das nicht immer auf eine nette Weise. Aber nun gut, ich beschreibe euch einfach mal von Vorn wie wir dazu gekommen sind.
Alessandro ist am 06.09.  6 Jahre alt geworden und wäre damit noch kein regulärer Schulanfänger gewesen. Er war sich aber immer felsenfest sicher das er in die Schule gehen will, daher haben wir im November letzten Jahres auch einen Antrag gestellt und er wurde auch für schulreif befunden. So weit so gut. Nun ging es los mit der Frage welche Schule.....das alte Lied wie bei Leonardo vor 4 Jahren : Hier im Ort eine Schule mit einer Lehrerin die wirklich unfähig ist und nur die ersten beiden Jahre unterrichtet  (in Klasse 3 und 4 muss dann eine andere versuchen zu retten, was noch zu retten ist) oder die Lehrerin der Schule die einen Ort weiter ist. Hier bestand allerdings das Problem das diese gegen "Früheinschulung" ist und Alessandro damit der Kandidat fürs Sitzenbleiben gewesen wäre. (Die besagte Lehrerin findet immer einen Grund- das haben wir die letzten 4 Jahre gemerkt). Nun ist Alessandro aber dermaßen motiviert und interessiert, dass ich diese sensible Phase ungern verstreichen lassen wollte. Im Kindergarten hat er sich auch nicht mehr wohlgefühlt, so dass uns die Idee kam, wir versuchen das einfach mal zu Hause. Da unsere Schulkinder alle sehr motiviert waren, dass aber durch die Schule wirklich total schnell hinüber war, war ein weiterer Beweggrund.

Außerdem schluckt die Schule Zeit für so viel Sinnloses, dass ich zu Hause mit viel weniger Zeitaufwand, viel individueller auf Alessandro eingehen und ihn wirklich da abholen kann wo er steht. Bei unseren anderen Kindern war das immer schwierig, die waren nach der Schule so kaputt, dass schon Hausaufgaben oft ein Kampf war und so weiteres Lernen meist unmöglich war.

Ich bin also auf Informationssuche gegangen und wir haben alle nötigen Formalitäten erledigt und so wurde Alessandro ein Schulkind zu Hause. Am Ende des Jahres muss er dann zu einer Überprüfung, bei der sein Lernstand festgestellt wird. Passt es, darf ich weiter unterrichten - passt er nicht, muss er in die Schule gehen.

Nun habe ich mich im Studium viel mit dem Thema lernen beschäftigt und sogar meine Abschlussarbeit darüber verfasst und denke ich bin theoretisch ganz gut gerüstet. Praktisch habe ich ja viel bei den anderen 3 Kindern gesehen und denke das ich das gut bewerkstelligen kann. Leider kann man ja nicht ganz so individuell wir man möchte, denn am Ende steht ja die Externistenprüfung auf dem Plan.


So ich hoffe das war jetzt verständlich, wenn ihr noch Fragen habt, immer her damit, ich beantworte sie gern.

Lg
Sissy




Kommentare:

  1. Ein heißes Thema.
    Ich habe über die vielen Jahre die ich meine Kinder schulisch begleitet habe ,und das sind eine festgestellt das die Schulpflicht bei uns in Deutschland abgeschafft werden sollte.
    Damit lehne ich mich sicherlich weit aus dem Fenster und es wird wieder ordentlich Kritik geben. Aber was solls ich bin alt genug und ich hab genug mitgemacht.
    Unser Schulsystem ist veraltert. Es müsste sich so einiges ändern.
    LG
    Nicole

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ohja, die Lehrmethoden sind wirklich unmöglich, das merke ich eben auch an meinen Kindern, dass sie den Kindern eine Menge Lernfreude und Motivation nehmen...
      Lg
      Sissy

      Löschen
  2. Ja, in Deutschland ist "Schule zu Hause" leider verboten.
    Lieber schließt man sämtliche kleine familiäre Schulen und kutschiert die Schüler kilometerweit in den nächsten großen Ort, um sich dann zu wundern, dass die Schüler schon am Morgen müde und gestresst sind. Eine Schule, die durch Elterninitiative "gerettet" wurde, darf nicht sein, die Eltern sollen Strafe zahlen...
    Und alle, Lehrer wie Eltern, wünschen sich eine längere gemeinsame Grundschulzeit, kleinere Klassen und einen entmüllten Lehrplan. Nur die Politik sieht das anders.
    Ich wünsch euch viel Erfolg und hoffe auf Berichte.
    LG von TAC

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja leider ist das so. Aber der Staat will ja kleine systemtreue Roboter erschaffen, für Individualität oder gar Freigeist ist da kein Platz. Gleichschaltung ist angesagt, kleine konsumierende Wesen braucht der Kapitalismus, keine Menschen die sich auf wahre Werte berufen. Naja so lange man irgendwo die Möglichkeit hat, zu leben wie man mag, muss man seinen Wohnort halt anpassen. Ich kenne einige Familien die extra nach AT oder auch F ziehen um Freilernen zu praktizieren.

      Lg
      Sissy

      Lg
      Sissy

      Löschen
  3. Ich finde das sehr gut und wünsche euch, dass ihr eine gute gemeinsame Schulzeit findet. Hör wärecdas so ja überhaupt nicht denkbar. Kinder system funktioniert zudem mit so viel Druck , darüber mag ich gar nicht nachdenken.

    AntwortenLöschen
  4. Hallo,

    hier ist es ja gar nicht erlaubt, da braucht man für sich also gar nicht überlegen...
    Schön, dass ihr diese Möglichkeit habt & nun auch nutzen werdet. Ich wünsche euch eine gute Schulzeit. Nimmst du dann die gleichen Bücher her, wie sie in der Schuhe haben oder komplett nach deinem Gefühl?

    Lieben Gruß,
    Kathrin

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich würde es ja am liebsten ganz frei machen, aber dazu müsste man wohl nach Frankreich. Ich habe auch einen Teil der Schulhefte, aber ich habe mir die ausgesucht, die uns gefallen, das sind jetzt nicht die, die unsere Schule verwendet, wohl aber zum Unterricht zugelassen sind.
      Lg
      Sissy

      Löschen