Sonntag, 26. April 2015

Mein Geburtsbericht Elena

Es hat ein wenig gedauert bis ich mich dazu entschlossen habe den Bericht aufzuschreiben. Diesmal habe ich ein wenig gebraucht das alles zu verarbeiten und zu akzeptieren das es ist wie es war.

Morgens sind wir wie immer mit dem Weckerklingeln aufgewacht, da die Großen ja zur Schule mussten. Ich hatte wieder so einen kleinen Blasensprung und ein wenig Fruchtwasser lief. Mir war irgendwie klar, dass heute der Tag war an dem sich unsere Prinzessin auf den Weg macht und so sagte ich zu Ralf: " Heute kommt bestimmt unsere Leni :D" Ich freut mich als auch langsam Wehen kamen und wir "unseren" Wunschtermin 15.4.15 (Luca kam am 11.7.11) bekommen würden.

Wir beeilten uns die Kinder fertig zu machen und rechneten eigentlich mit einer schnellen Geburt. Als Ralf dann die kleinen zur Kita brachte, wurden die Wehen auch ein wenig mehr, waren aber immer ziemlich kurz. Ich war etwas verunsichert und lies den Dingen einfach ihren Lauf, habe hier und da noch ein wenig aufgeräumt und meine Geburtsmusik eingeschaltet. Die Wehen wurden mal mehr, mal weniger und gegen 9:30 musste Giuliana aus der Schule geholt werden. Ich wehte weiter vor mich hin, aber es tat sich nicht wirklich etwas und ich wurde dann etwas unsicher. Gegen 11:00 Uhr informierte ich schon mal unsere Hebi, dass ich glaube das es bald losgeht und sobald die Wehen mehr wurden, wollte ich sie anrufen.  Ich entschied mich dafür in die Wanne zu gehen, aber auch dort wurden die Wehen zwar mehr, aber absolut nicht so, dass sie etwas bewirkten. 
Ich rief gegen 11:30 dann unsere Johanna an und sie war dann gegen 12:15 Uhr da. Sie war ganz erstaunt mich ohne Baby in der Wanne zu treffen, weil ich nie eine Wassergeburt wollte.  Nachdem ich in der Wanne noch ein paar Wehen hatte, die ich auch veratmen musste, schaute Johanna gegen 13.00 Uhr mal nach dem Mumu, da ich nicht das Gefühl hatte die Wehen würden nach unten drücken. Dem war auch tatsächlich so, da der Mumu immernoch bei 5 cm war. Ralf schaute auch immer mal rein und war ebenso erstaunt, dass immernoch kein Baby da war.

Kurz darauf bin ich dann raus aus der Wanne und wir gingen ins Wohnzimmer, aber mittlerweile waren alle Kinder zu Hause und so fand ich auch dort keine Ruhe. Die Kinder waren auch ganz aufgedreht und so brachten wir alle Sachen nach oben ins Schlafzimmer. Ralf musste nach den Kindern kucken und ich war mit Johanna allein. Es war alles so anders wie ich es mir eigentlich vorgestellt hatte. Auch wenn ich nie eine konkrete Vorstellung von der Geburt im Kopf hatte, habe ich nie damit gerechnet, dass Leni sich genau dann auf den Weg macht, wenn hier das größte Chaos tobt. Mich hat das irgendwie blockiert und ich war ziemlich verunsichert und brauchte eine Weile mich wieder auf die Geburt einlassen zu können und hinzunehmen, dass es jetzt eben so ist wie es ist. Elena hatte immer super Herztöne, die sich gar nicht änderten, auch unter den Wehen war sie total entspannt und das hat mich dann irgendwie beruhigt. Ich weiß nicht warum, aber irgendwann dachte ich einfach, okay Leni, du willst JETZT auf die Welt, dann schaffen wir das JETZT auch. Mir war dann auf einmal ziemlich egal ob da jetzt wer ins Zimmer kommt oder draußen herumtobte, ich konnte dann einfach loslassen. Daher wurden gegen 14:00 die Wehen dann so, das ich merkte, jetzt tut sich etwas und ich war dann einfach voll dabei, in Gedanken immer bei Leni und unseren geübten Geburtstrategien aus dem Hypnobirthing. Ich habe mich so darauf gefreut sie bald in den Armen halten zu können und habe einfach nochmal alles gegeben. In dem Moment kam Ralf ins Schlafzimmer, ich kniete vor dem Bett als die Presswehen begannen und war erstaunt, dass es jetzt doch so schnell ging, denn wirkliche Wehenschmerzen hatte ich nicht. Die Position fühlte sich aber einfach nicht gut an, also stand nochmal auf und verlangte nach dem Hocker (etwas das ich eigentlich nie wollte :D) Ralf saß hinter mir und Giuliana kam herein, aber sie wollte nicht bleiben. Auf dem Hocker war es dann angenehm und ich hatte glaube ich 3 Presswehen bis das Köpfchen geboren war. Ich musste diesmal wirklich gut mithelfen, das kannte ich bisher gar nicht so. Nach einer weiteren Wehe war unsere Prinzessin dann 14:23 Uhr auf der Welt.

Gleich danach kamen auch alle Kinder zur Tür herein um ihre Schwester zu begrüßen. Leider haben sie sich etwas erschreckt, weil Leni ja etwas blau war. Aber nach ein paar Minuten sahen sie, dass es ihr gut ging und waren dann ganz happy und interessiert. Johanna zeigte ihnen noch die Nabelschnur, aber am Ende traute sich keins sie durchzuschneiden und so übernahm das der Papa. Ich verspürte ziemlich Unterleibsschmerzen und sagte das Johanna, sie meinte das wäre die Plazenta, die wahrscheinlich schon raus will. So ging Ralf mit den Kindern nochmal kurz hinaus, den blutigen Anblick wollten wir ihnen ersparen. Als die Plazenta dann raus war, waren auch diese komischen Schmerzen weg. Leni hat dann gleich erstmal gesaugt und ordentlich gekackert und ich war ehrlich ziemlich geschafft. Daher hat Johanna die Kleine erstmal gewogen und gemessen und ich habe per WA der Familie die ersten Bilder geschickt:D Johanna war ganz begeistert, dass unsere Kleine komplett in selbstgestrickte Sachen eingepackt wurde. Und ich habe mich so gefreut, dass ihr alles gepasst hat.   
 Auch der Papa muss die kleine Maus natürlich erstmal knuddeln und auf der Welt begrüßen:


<3 Das Bild hat Johanna nach der Geburt gemacht, ich finde es so toll, leider fehlt Leonardo <3


Einige Tage später bei einem Nachsorgetermin, haben Johanna und ich nochmal über die Geburt gesprochen. Ihr war irgendwie klar, dass ich am Tag entbinde, aber das es so "lange" dauert hätte sie auch nicht gedacht;-). Ihrer Meinung nach suchen sich die Kinder selber aus, wie und wann sie kommen, ob sie aktiv mithelfen oder eher geschubst werden müssen. Rückblickend bin ich daher total versöhnt mit der etwas "chaotischen" Geburt, denn Leni und mir geht es gut und sie wollte eben genau so auf die Welt kommen. Heute 11 Tage später erkenne ich auch den Grund dafür. Leni reagiert ganz extrem auf ihre Geschwister. Immer wenn sie in der Nähe sind, wird sie ganz aufmerksam und vergisst sogar das es im Bauch zwickt. Vielleicht hat sie die Stimmen ihrer Geschwister einfach um sich herum gebraucht.

Wir sind jedenfalls überglücklich das sie nun "so richtig" zu uns gehört, denn auch im Bauch war sie ja schon irgendwie in unseren Tag integriert.







Kommentare:

  1. Lieben Dank für deinen ausführlichen und ehrlichen Geburtsbericht. Ich glaube auch sehr daran, dass die Kinder es selbst in der Hand halten, wann und wie sie geboren werden. Nur bei mir durften sie leider nicht so viel mitsprechen, obwohl man das letztendlich ja auch gar nicht weiß. Ich freue mich, dass du deinen Frieden mit der Geburt gemacht hast.

    Ich kann bei unseren Kleinen auch sagen, dass sie sehr auf ihre großen Geschwister reagieren. Als Josua geboren war, kamen die Kinder zu Besuch und er war vorher eher verschlafen. Als sie da waren, war er wach, hatte die Augen auf und wirkte so ruhig und versunken. Als hätte er die Nähe und den Trubel der Kinder aufgesogen.

    Viele liebe Grüße
    Andrea

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  2. Hallo,

    ein schöner Bericht, danke das wir ihn lesen durften. Ja, es ist schon immer ein tolles Erlebnis, gut das du dann abschalten konntest und dich nur auf dich und die Kleine konzentrieren konntest, so hattest du doch dann alles im Allem eine tolle Geburt.

    Viel Spass euch Allen, lasst es euch gut gehn und geniesst die tolle, aufregende Zeit.
    LG
    Barbara

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